Ansprechpartner

  • Herr Potthoff (PF)
  • Beauftragter für individuelle Förderung
  • potthoff@gymnasium-ochtrup.de

Individuelle Förderung am Gymnasium Ochtrup

Ziel unserer Schule ist es, dass jedes Kind und jeder Jugendliche unabhängig von seiner Herkunft seine Chancen und Begabungen optimal nutzen und entfalten kann. Die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler ist eine zentrale Leitidee des Schulprogramms.

Einzelne Maßnahmen der individuellen Förderung werden an unserer Schule schon immer angewandt. So nehmen etwa besonders begabte Schülerinnen und Schüler an Wettbewerben („Jugend forscht“, Mathematik-Olympiade, Bundeswettbewerb Fremdsprachen u.a.) teil, überspringen eine Klasse oder lernen nach dem so genannten Drehtürmodell zwei neue Fremdsprachen gleichzeitig.

Auch für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten oder Defiziten in bestimmten Bereichen gibt es seit langem Förderangebote, wie z.B.:

  • Förderkurse zur Behebung individueller Lese- und Rechtschreibschwächen,
  • Ergänzungsstunden mit der Möglichkeit der Binnendifferenzierung im Unterricht,
  • Hausaufgabenhilfe,
  • Lern- und Förderempfehlungen,
  • Projekt „Schüler helfen Schülern“.

In den Grundsätzen zur individuellen Förderung werden die individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler, das heißt ihre Interessen, Stärken und Schwächen zum Ausgangspunkt für gelingende Bildungsprozesse. Individuelles Lernen benötigt Freiräume für individuelle Begabungen, individuelle Lernwege und individuelles Lerntempo.

Das Lernbüro ist ein individuelles Forder- und Förderungsangebot für alle Schülerinnen und Schüler, die entweder Defizite in einem Fach aufweisen und diese begleichen möchten, oder eine besonderes Interesse bzw. eine besondere Begabung zeigen, die sie vertiefen möchten. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit eigenständig zu entscheiden, ob sie das Lernbüro für einen bestimmten Zeitraum besuchen möchten.

Häufig werden durch die entsprechenden Fachlehrer Empfehlungen für den Besuch des Lernbüros ausgesprochen, wenn von Seiten der Lehrperson eine Stärke bzw. ein besonderes Interesse oder ein Defizit bei den Schülerinnen und Schülern diagnostiziert wird. Die Entscheidung treffen jedoch die jeweiligen Schülerinnen und Schülern eigenständig, denn nur wer für sich entscheidet an diesem Forder- bzw. Förderungsangebot teilzunehmen, wird auf lange Sicht erfolgreich sein.

Die handlungsleitende Idee des Lernbüros lautet: „Im Lernbüro bist du dein eigener Herr.“ Damit verbunden ist eine Übertragung der Verantwortung vom Lehrenden zum Lernenden, wobei der Lehrende als Berater in Planungsprozessen oder bei Fragen immer zur Verfügung steht.

Die Schülerinnen und Schüler können im Lernbüro aus mehreren Lernangeboten zu unterschiedlichen Themenfeldern eigenständig auswählen und selbst die Reihenfolge und das Tempo bestimmen. Sie arbeiten allein, zu zweit oder in kleinen Gruppen. Häufig werden die Ergebnisse mithilfe von Lösungsblättern eigenständig oder mit einem Partner korrigiert. In einigen Fällen erfolgt auch eine Ergebnisbesprechung durch Schülerinnen und Schüler, die als Tutoren fungieren, weil sie besonders erfolgreich an ihrer Aufgabe gearbeitet haben.

Neben den fachlichen Inhalten lernen die Schülerinnen und Schüler somit personale und soziale Kompetenzen zu entwickeln, indem sie lernen gemeinsam mit anderen Wissen zu entwickeln und Probleme zu lösen (Kooperationsfähigkeit als Voraussetzung für gesellschaftliche Mitgestaltung) sowie Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen und bewusst Lernstrategien einzusetzen (selbstgesteuertes Lernen als Voraussetzung für lebenslanges Lernen). Als zusätzliche Motivation und angemessene Würdigung der Schülerleistung haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit Zertifikate für verschiedene Themenbereiche zu erlangen. Als Abschluss einer Lerneinheit kann eine Lernstoffüberprüfung stattfinden, die den Schülerinnen und Schüler Aufschluss über den Lernerfolg liefert. Bei erfolgreichem Abschneiden in der Lernstoffüberprüfung wird den Schülerinnen und Schülern ein Zertifikat ausgehändigt und das erfolgreiche Abschneiden auf dem Zeugnis vermerkt.

Unser Ziel:

Die AG Deutsch, Englisch bzw. Mathematik soll Hilfestellungen geben bei der Vorbereitung auf die Einführungsphase der Oberstufe und ist konzipiert für Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse des Gymnasiums und der 9. und 10. Klasse der Realschule und der Hauptschule.

Wie ist die AG organisiert?

Die AG soll – nicht verpflichtend für das ganze Schulhalbjahr sein. – nicht nur punktuell zur Vorbereitung einer Klassenarbeit genutzt werden. Es geht vielmehr darum, gezielt bei Schwächen in bestimmten Bereichen der Mathematik bzw. der deutschen Sprache Förderung anzubieten. Dazu werden Materialien bereitgestellt, es werden Anleitungen gegeben, wie man diese Probleme bearbeiten kann. Der Lehrer ist immer anwesend und steht zur individuellen Beratung zur Verfügung.

 

Was wird von dem Schüler erwartet, der an der AG teilnimmt?

Der Schüler verpflichtet sich, 3 bis 4 Doppelstunden an der AG teilzunehmen, das angebotene Material zu bearbeiten und Buch darüber zu führen. Zum Schluss kann der Lernerfolg überprüft werden. Wie wird in den Doppelstunden gearbeitet? Wenn Schüler mit unterschiedlichen Problemen die AG besuchen, können Gruppen für die Aufarbeitung der Themen gebildet werden. Sie werden mit Materialien versorgt, beraten, etc. Wer bevorzugt, alleine das Material zu bearbeiten, kann dies natürlich auch tun.

Wann und wo kann man sich anmelden?

– jeden Dienstag, 14:05 Uhr im Raum N 202 (Mathematik) und in Raum N 203 (Deutsch) – direkt bei der AG-Leiterin oder im Sekretariat des Gymnasiums Wer dieses Angebot nutzen möchte, kann uns dienstags in den oben genannten Räumen aufsuchen.

Am Gymnasium Ochtrup ist für alle fünften Klassen eine Stunde pro Woche für das Programm „Erwachsen werden“ (im Stundenplan LQ) reserviert. Zwar sollen diese Stunden auch für das Projekt „Lernen lernen“ genutzt werden, aber vorrangig wird es hier darum gehen, soziale und kommunikative Kompetenzen zu fördern und neue Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln. Mit diesem Schreiben möchten wir Ihnen nun das Konzept etwas detaillierter vorstellen.

 

„Erwachsen werden“ wurde 1984 in den USA unter dem Titel „Skills for Adolescence“ entwickelt und richtet sich an Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis etwa 14/15 Jahren. Das Programm wurde bis heute in 14 Sprachen übersetzt und und in 40 Ländern, so auch in Deutschland, den jeweiligen Verhältnissen angepasst. Quest International, eine amerikanische nonprofit-Organisation, zeichnet für das pädagogische Konzept und für die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer verantwortlich, in Deutschland stellt Lions Clubs International als eine für Hilfsbereitschaft, Humanität und Völkerverständigung engagierte Vereinigung die organisatorischen und finanziellen Mittel dafür bereit. Seit mehreren Jahren wird das Programm von der Universität Leipzig begleitet und evaluiert.

 

Das Programm will die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikative Kompetenz zu stärken, Kontakte und Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Konflikt- und Risikosituationen in ihrem Alltag zu begegnen und für Probleme, die gerade die Pubertät gehäuft mit sich bringt, konstruktive Lösungen zu finden. Gleichzeitig möchte es ihnen beim Aufbau eines eigenen Wertesystems Orientierung anbieten.

Jeder der sieben Teile von „Erwachsen werden“ ist einem besonderen Thema gewidmet.

1. Teil – Ich und meine (neue) Gruppe

Der erste Teil beschäftigt sich mit Fragen der eigenen Person: Wer bin ich? Wer sind die anderen? Wie gehen wir miteinander um? Welche Bedeutung hat die Gruppe und wie beeinflusst sie mich? Diese Themen schaffen die Grundlage für eine vertrauensvolle und konstruktive Lernatmosphäre und damit für die gemeinsame Arbeit mit den weiteren Teilen des Programms.

2. Teil – Stärkung des Selbstvertrauens

Ein angemessenes realistisches Selbstvertrauen ist für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen von zentraler Bedeutung. Was ist eigentlich Selbstvertrauen? Worauf gründet sich mein Selbstvertrauen? Wie kann ich mein eigenes oder auch das Selbstvertrauen anderer stärken? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Themen des zweiten Teils. Sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst werden, diese auch einzusetzen und dafür Anerkennung zu bekommen, fördert die Ausbildung eines gesunden Selbstvertrauens.

3. Teil – Mit Gefühlen umgehen

„Ich verstehe mich und meine Gefühle besser.“ Die Kinder und Jugendlichen werden in der Fähigkeit gefördert, eigene Gefühle wahr und ernst zu nehmen, sie zu akzeptieren, auszudrücken und als etwas zu begreifen, das ihnen bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit hilft. Ein wichtiges Thema in diesem Teil ist auch der Umgang mit belastenden Situationen.

4. Teil – Die Beziehungen zu meinen Freunden

„Ich tue etwas für meine Freundschaften.“ Wie kann man echte Freundschaften aufbauen, weiterentwickeln, verbessern? Welchen Einfluss hat die Clique? Wie hält man Gruppendruck stand? Wie kann man Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte in einer Freundschaft konstruktiv lösen? Wie geht man mit Enttäuschungen, mit einem Verlust um?

5. Teil – Mein Zuhause

Wo ist mein Zuhause? Die Zusammensetzung der Familien und das Zusammenleben haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert.
Welche Erwartungen und Wünsche haben Kinder und Jugendliche, was empfinden sie als enttäuschend oder konfliktträchtig?

Dieser Teil regt an, die Beziehungen innerhalb des eigenen Zuhauses und in anderen Familien zu reflektieren und Schritte zur Verbesserung der Beziehungen oder zur Lösung von Konflikten zu probieren.

6. Teil – Es gibt Versuchungen: Entscheide dich

„Ich treffe meine Entscheidungen.“ In diesem Teil geht es um das Problem der Verantwortung eigener Entscheidungen u.a. zu den Themen Lebensstil, Umgang mit dem eigenen Körper, berufliche Zukunft. Hier werden auch Informationen über Suchtmittel und Fragen des Suchtverhaltens aufgegriffen: z.B. Wirkung von Tabak, Alkohol, illegalen Drogen, die Rolle der Werbung und der Medien, Vermeidung von Suchtverhalten.

7. Teil – Ich weiß, was ich will

„Ich weiß, was ich will.“ Kinder und Jugendliche haben viele Träume und Hoffnungen, was sie einmal in ihrem Leben erreichen möchten. Doch damit ihre Träume und Hoffnungen Realität werden können, müssen sie sich Ziele setzen und sich auf den Weg machen. Mit Überlegung, Anstrengung, Geduld und Selbstdisziplin lässt sich Vieles erreichen. Der letzte Teil von „Erwachsen werden“ vermittelt Hilfen zu diesem Weg.

 

Die Teile des Programms bilden ein sehr umfassendes Angebot, aus dem die KlassenlehrerInnen Inhalte und Themenschwerpunkte auswählen werden, die sich für die Klasse 5 anbieten, da das Programm für mehrere Jahre und verschiedene Entwicklungsstufen angelegt ist.

Von der Lions-Quest-Stunde verspricht sich das Kollegium ein besseres Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern, eine Förderung des eigenverantwortlichen Arbeitens und eine positive Veränderung des Sozialverhaltens in der Klasse. Dies wird sicherlich auch nachhaltige Auswirkungen auf den Fachunterricht haben.