Schüler:innen machen Belästigung sichtbar: Ausstellung gegen Catcalling

Am 16.06. verwandelte sich das Foyer unserer Schule in einen Ort des Innehaltens und Nachdenkens: Im Rahmen eines besonderen Schulprojekts wurden dort Erfahrungen mit Cat Calling ausgestellt, die niemanden kalt ließen.

Den Auftakt des Projekts bildete ein Vortrag von Julie Nacke, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Ochtrup. Sie klärte die Schüler:innen der Jahrgangsstufe 8 darüber auf, was Cat Calling wirklich bedeutet: keine Komplimente, sondern eine Form der Machtdemonstration und sexuellen Belästigung im öffentlichen Raum. Für viele war es das erste Mal, dass sie einen Namen für Erlebnisse hatten, die sie längst kennen.

Im Anschluss an den Vortrag erhielten alle Achtklässler:innen Postkarten, auf denen sie ihre eigenen Erfahrungen anonym festhalten konnten. Zwei Wochen lang stand im Foyer eine Wahlurne bereit, in der die ausgefüllten Karten gesammelt wurden. Zugänglich für alle, die etwas beizutragen hatten.

Am Dienstag, dem 16. Juni, wurden die gesammelten Aussagen dann öffentlich ausgestellt. Was dabei zum Vorschein kam, traf viele ins Mark: Immer wieder tauchten übergriffige Sprüche auf, die gegenüber 13- und 14-jährigen Schülerinnen geäußert worden waren. Die Ausstellung sorgte für sichtliche Betroffenheit und für genau die Gespräche, die es braucht, um Belästigung und sexualisierter Gewalt vorzubeugen.

Das Feedback der Schülerinnen war eindeutig: Sie möchten das Thema weiter in die Schule tragen. Es tue gut, so betonten viele, dass diese Form der Belästigung endlich öffentlich gemacht und ernst genommen wird.

Das Gymnasium Ochtrup setzt mit diesem Projekt, das gemeinsam von Frau Nacke und der Schulsozialarbeiterin Frau Bajric-Hörst durchgeführt wurde, ein wichtiges Zeichen dafür, dass Belästigung keinen Platz hat und dass Aufklärung, Mut und Gemeinschaft der erste Schritt zur Veränderung sind.